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Der Blog des tvBUNT zu aktuellen Ereignissen im Landkreis Bautzen


Nazi Rap made im Landkreis Bautzen


Es ist schon ein paar Monde her, seitdem der Christoph Zloch alias Chris Ares mit seinen geplanten Projekten die Demokrat*innen im Landkreis Bautzen in Aufregung versetzt hat.

Auch wenn er laut eigenem Statement „das alles hinter sich lassen will“, sein begonnenes Siedlungsprojekt bleibt dennoch in der Region bestehen.

So bewohnen weiterhin im beschaulichen Örtchen Weifa, nur wenige Kilometer südlich von Bautzen die verbliebenen Rap-Kumpanen von Chris Ares ein Haus.

Unter dem Namen „NDS“ (Neuer deutscher Standard) veröffentlichen Kai Naggert, aka Prototyp und Andre Laaf, aka Primus weiterhin ihre Musik mit sehr deutlich rassistischen, menschenverachtenden und antisemitischen Inhalten.

 

Die Musikvideos werden hier in der Region produziert, unterstützt von zahlreichen Jugendlichen aus dem Landkreis, welche sich vermummt und kampfbereit in den Clips präsentieren.

Dazu werden regelmäßig Trainigspläne / Vorbereitung für den Kampf veröffentlicht.

Das nimmt die Neonazistische Szene der Region dankend an. Gegenseitige Werbung für Veranstaltungen, Modelabels und neue Alben gehören zum guten Ton auf Facebook und Instagram.

 

Hin und wieder werden auch die Telegramkanäle der jeweiligen Akteure dafür genutzt.

Mittlerweile hat sich das Label Acardi von NDS getrennt. Auf den ersten Blick scheint dies eine positive Entwicklung zu sein.

Bei genauerer Betrachtung hingegen stellt man fest das Arcardi der Spagat zwischen der Nähe zur AfD und der rechtsextremen Szene nicht mehr gut gelingt. Daher muss diese Trennung eher als taktischer Zug betrachtet werden.

Die "Freien Sachsen" nutzen diese Lücke sofort aus. Kürzlich verbreiteten Sie auf Ihren Telegramm Kanal Werbung für NDS - "Patriotische Musik in die Charts" war das Motto.

 

Eine begrüßenswerte Entwicklung scheint es aber in Cunewalde gegeben zu haben.

Der von Ares mitgebrachte Tattoo Künstler scheint seine Koffer wieder gepackt zu haben.

All dies geschieht jeden Tag vor unseren Haustüren.

 

Lasst uns nicht wegsehen!


Strukturwandel, was soll‘n das heißen?

Am 21.Juni 2021 atmete die Stadt Kamenz wieder auf:

nach Monaten der Isolierung und der Distanzen wurde die Stadt mit Musik und Kultur geflutet. In die alte Baderei (Pulsnitzer Str.32) lud die Stadtwerkstatt e.V. zu einem gemeinsamen KickOff des wandernden musikalischen Gesprächssalon „Zurück in die Zukunft“.

 

Kamenzer Stimmen verschiedener Generationen wurden eingeladen ihre Wünsche zu formulieren und so soll es weitergehen: Das Projekt zieht in den kommenden Sommerwochen durch die Oberlausitz um Stimmen, Träume, Wünsche aber auch Sorgen rund um den annoncierten Strukturwandel sicht-und hörbar zu machen. „Strukturwandel!“ - Was für ein großes Wort und keiner weiß, was es heißt. Daher fragte das Showteam in den letzten Wochen bei verschiedensten Menschen nach: „[…]

 

Sechsstädtebahn, Festivallandschaft, Lausitz, Mission 2038, Kohleausstieg, Teststrecke, Verunsichert, Milliarden für Rüstungsindustrie, Ängste der Wiederholung der 90iger, Global, Wachsstumsmythos vs Lebenswert, Hätte-Hätte Fahradkette, Wer bleibt denn hier?, Chancen, Freie Bildung, Globalisierung, wie betrifft uns das alle? [...]“

 

Und nun sind Sie + bist du gefragt: „Zurück in die Zukunft“ lädt alle Gestaltungswilligen zum  spielen, singen, tanzen und reden ein. Kommt vorbei, verbindet euch und packt die Zukunft für eine schöne, weltoffene Oberlausitz an. Bringt Freunde und Familie mit!

 

:: ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT : Wovon träumst du?

Die Erwachsenen sprechen vom Strukturwandel: Was soll‘n das sein?

09.07. Kamenz um 16:00h für die Jugend

„Zurück in die Zukunft“ ist eine Show und will mit euch herausfinden, wie sich die Zukunft anhört! Kommt vorbei am 09.Juli um 16h in die alte Baderei (Pulsnitzer Straße 32): redet & spielt mit! Am gleichen Abend um 20h wird die Show mit Erwachsenen stattfinden, bei der eure Stimmen nicht fehlen dürfen.

:: ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT : Wer macht hier was sichtbar? Visioniert und schätzt Kultur!

09.07. Kamenz 20:00h für Alle, alte Baderei (Pulsnitzer Str.32)

Der musikalische Gesprächsalon „Zurück in die Zukunft“ ist eine Show, in der die spielen, singen, tanzen, die sonst im Schatten stehen. Die Show mäandert durch den Sechststädtebund und stöbert, streichelt, tönt, wildert in den Lebensrealitäten der Oberlausitz. „Die Realität kann man nur sehen, wenn man sie in Teile zerlegt, in Segmente. Wenn jeder Zuschauer bewegt wird, die Teile neu zusammenzusetzen, wird sie zu seiner eigenen Realität, auch in Verbindung mit der eigenen Traumrealität.“ (HEINER MÜLLER, 1995)

„Zurück in die Zukunft“ schafft mit Ihnen + Euch einen Theaterraum der Zukunft! Die Show wandert in vier Akten durch die Oberlausitz und gleicht verschiedene Fragen zum Strukturwandel vs. Möglichkeiten ab, bevor es im Finale zum Sechsstädtebundtag am 21.08.2021 in Löbau zu den inszenierten Antworten kommt! Was ist dein – Was ist ihr Wandel?

Gespräche mit Dir und Menschen, die etwas bewegen!

 

Imulsgebende beim wandernden Salon „Zurück in die Zukunft“: Anne Hasselbach, F wie Kraft, Peter Knüvener, Anja Nixdorf-Munkwitz, Bea Habermann, Thomas Pilz, Romy Schmidt, Sandy Hebel, Thomas Kluttig, Tilo Moritz, Rene Seidel, Claudia Muntschick, Jonas Klawitter u.a.

Moderation: Anna StiedeMusik: Narvas schöne Fische

 

 

In Kooperation mit Stadtwerkstatt Kamenz – Bürgerwiese e.V., mit Unterstützung der Partnerschaften für Demokratie LK Bautzen, gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.


17. Juni – Tag der Freiheit in Kamenz

Am Abend des o.g. Tages hatte die lokale AfD Gruppe rund um den Bundestagsabgeordneten Hilse für 19.30 Bundeprominenz angekündigt:

„Gauland wird zu Euch auf dem Marktplatz sprechen, Bürger von Kamenz“

lautete die kurzfristig plakatierte Botschaft. Dies tat er dann auch, flankiert von weiteren AfD Führungskräften. In seinen Eingangsworten wies er darauf hin, dass sein Vater einst in der Garnisonstadt Kamenz gedient hatte und Gutes zu berichten wusste

„Die Zeiten waren nicht schlecht im deutschen Kaiserreich“ so das Originalzitat.

Etwa 150 Menschen hörten mehr oder weniger maskiert zu.

 

Auf dem benachbarten Buttermarkt versammelten sich hingegen etwa 100 korrekt maskierte und nicht vermummte Bürger*innen, überwiegend aus Kamenz, die es der AfD nicht durchgehen lassen wollten, das Andenken an den DDR- Arbeiteraufstand des 17. Juni für ihre Polemik gegen heute regierende Personen und Parteien zu missbrauchen.

Die LINKE hatte dankenswerter Weise kurzfristig eine Veranstaltung angemeldet, unter deren Dach sich ein eher buntes und vielfältiges Publikum denn ein schwarzer Block sammelte. Auch die GRÜNEN hatten sich der Gegenkundgebung angeschlossen.

Diese war friedlich und von freundlichem Miteinander geprägt.

Und ja, ab und an störte man die Populisten auf dem Marktplatz auch lautstark, wenn deren Sprüche gar zu absurd wurden, was leider oft der Fall war.

 

 

Und einige Kamenzer Bürger zeigten auf ganz besondere Art Flagge. Unter den Fenstern des ersten Obergeschoss eines den Marktplatz prominent säumenden privaten (!) Gebäudes wurden pünktlich zum Start der AfD Kundgebung zwei Meter lange Banner entrollt.

 

In verschiedenen Farben grundiert zeigten diese Lessing-Zitate, die sich mit dem Thema Vielfalt und Toleranz auseinandersetzen. Und auf jedem dieser Banner prangte der Satz: Lessingstadt Kamenz – Weltoffen und Tolerant.

 

Ein klares Statement der Bürgerschaft, oder zumindest eines relevanten Teiles davon.


30. Jahrestage der Pogrome in Hoyerswerda

Stellungnahme eines ehemaligen mosambikanischen Vertragsarbeiters

Im September jährt sich zum 30. Mal das Pogrom von Hoyerswerda, in dessen Folge die ausländischen Vertragsarbeiter*innen und Asylbewerber*innen die Stadt verlassen mussten.

 

Der Mosambikaner David Macau, der von 1979 bis 1991 in Hoyerswerda gelebt und im Tagebau gearbeitet hatte, war einer von ihnen.

Seit 30 Jahren kämpfen er und seine Landsleute um die Auszahlung der damals einbehaltenen Löhne, um Entschädigungen wegen vorzeitigen Vertragsabbruchs sowie um nicht gezahlte ALG-Leistungen und Renten.

In der Vorbereitung des 30. Jahrestages meldet er sich hier - im Namen seiner Mitstreiter - zu Wort:

 

Haben die Deutschen und Mosambikaner in all den Jahren darauf geachtet:

Die Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit für die 21.000 Arbeiter?

 

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren, sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen, so beschreibt Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ihren Grundgedanken:

 

Alle Menschen haben von Geburt an die gleichen grundlegenden und unveräußerlichen Rechte und Freiheiten, in klaren und einfachen Worten, die Grundrechte, die alle Menschen auf der Welt gleichermaßen beanspruchen können.

 

Bis heute hat die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte viele internationale Abkommen, völkerrechtliche Konventionen und nationale Verfassungen beeinflusst. Zusammen mit den beiden Menschenrechtspakten - dem Sozialpakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte und dem Zivilpakt über politische und bürgerliche Rechte - bildet sie den International Bill of Human Rights.

Weil die Zeit vergeht und die Geschichte bleibt, möchten wir wissen, was die Verteidiger der Menschenrechte über die 31 Jahre seit dem brutalen Angriff auf Hoyerswerda sagen: das Deutsche Institut für Menschenrechte, der Bundestag, die Bundesregierung, Intellektuelle, Politiker, Massenorganisationen und das Volk im Allgemeinen.

Wurden die Menschenrechte dieser Gruppe in diesen 31 Jahren beachtet und respektiert?

 

Welche Maßnahmen wurden nach den Übergriffen vom 1. Mai 1990 und 18. September 1991 in Hoyerswerda außer der Ausweisung der mosambikanischen Arbeiter noch ergriffen?

War es nicht die rassistische Diskriminierung, die lauter sprach? Schauen wir uns den Bergbau in Cottbus an, der wurde erst 2017 geschlossen. Wir, die Opfer der Übergriffe in Hoyerswerda, zweifeln: Wurden wir abgeschoben, weil wir angegriffen wurden oder weil unsere Hautfarbe in dieser Region nicht mehr erwünscht war?

 

Es gibt viele Themen, die uns verwirren:

Die Zahlung der mosambikanischen Staatsschulden ohne unsere Zustimmung.

Der Einzug unserer Gehälter in Deutschland. Unsere Forderung nach Menschenrechten in diesen 31 Jahren:

 

Wir fordern, dass die beiden Regierungen auf uns zukommen und uns genau erklären, was passiert, denn wir haben dieses unmenschliche Leben, dem wir unterworfen sind, nicht verdient. Wir fordern die Wiederherstellung von Gerechtigkeit und Menschenrechten.

 

Wir bitten unsere Brüder und Schwestern in Hoyerswerda, uns im Namen der Solidarität und der Menschlichkeit an der Gedenkfeier zum 30. Jahrestag des für Hoyerswerda, Deutschland und die Menschen in Hoyerswerda beschämenden Ereignisses zu beteiligen.

Die Zeit vergeht und die Geschichte bleibt. Ich werde nie vergessen, was ich in jenen Jahren in meiner zweiten Heimat Hoyerswerda durchgemacht habe, es war sehr beängstigend, überall die Rufe: Ausländer raus... Ausländer raus...

 

Ich sage laut:

Die Gerechtigkeit kommt spät, aber sie wird nicht scheitern...

So hoffe ich, und so wird es sein. Für diejenigen, die die Theologie verteidigen, ist es sehr einfach zu verstehen, warum ich geschrieben habe: Meine Schwestern und Brüder von Hoyerswerda! Nach der der Bibel stammen wir von Adam und Eva ab. Wir wurden geteilt, weil die Menschen auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen zu fruchtbaren Orten auswanderten. Die Farbe unserer Haut zeigt, dass wir Blumen auf dieser Erde sind. Wir kämpfen für Gerechtigkeit, bis wir siegen.

 

David Macau

 

Unterzeichner:

 

 1. David Mavinguane Macau, 2. Amessina Selemane, 3 . David Marcos Zacarias, 4. Afonso Zibia, 5. Daniel Muianga, 6. Ricardo Ruben Munguambe, 7. Orlando Samsone Munguambe, 8. André Atumane Nielela, 9. Augusto Quéa Manuessa, 10. Domingos Macamo, 11. Elidio Fernando Malawane, 12. Felisberto António Mate, 13. Geraldo Paunde, 14. João Nhatave,15.Julião Guambe, 16. Mário Sevene, 17. Oliveira Madja, 18. Xavier Sitoe, 19. Tomás Namatira

 

*Der Text wurde aus dem portugiesischen übersetzt.

 

Mehr Informationen zu den Pogromen von 1991 in Hoyerswerda und den Leiharbeitern finden Sie unter: 

www.hoyerswerda-1991.de

Zeitgeschichte-online

 

 


14.01.2021 Ein neues Jahr beginnt

Liebe Leser*innen,

 

bevor wir einen wachen Blick in unsere Region werfen und Ihnen eine Übersicht geben, was über den Jahreswechsel von Seiten rechter Gruppierungen, eines AFD-Abgeordnet und Querdenkern im Landkreis Bautzen und Ostsachsen zur Schau gestellt wurde, möchten wir es nicht versäumen, Ihnen und euch „ein gesundes, hoffnungsvolles, einander zugewandtes 2021“ zu wünschen.

Vielen Dank, dass sich im Laufe des letzten Jahres immer mehr Menschen für die Ereignisse in unserer Region interessieren. Vor allem ein immens großen Dank an all die Personen, die wachsam die Entwicklungen registrieren und mit uns gemeinsam versuchen, den nötigen Scheinwerfer immer wieder anzuknipsen, um nationalistisches, menschenverachtendes und demokratiefeindliches Gehabe in Ostsachen im Blick zu behalten und klar benennen zu können. Vielen, vielen Dank!

 

Die AFD und Ihre extremen Ableger.

Zwischen den Jahren meldete sich Toni Schneider (Stadtratsabegeordneter in Hoyerswerda AFD) mal wieder via Instagram zu Wort. Unter dem Usernamen @toni_nibelung veröffentlichte er ein Foto von 6 vermummten strammen Herren, welche sich vor dem Rathaus in Hoyerswerda positioniert haben. Kommentiert mit:

 

"Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt
Und lässt andere kämpfen für seine Sache
Der muss sich vorsehen: denn
Wer den Kampf nicht geteilt hat
Der wird teilen die Niederlage."

 

Dass Brecht einer solchen Verwendung seines Schriftguts zugestimmt hätte ist fraglich.

 

Die Bautzener Friedensbrücke

Ein ruhiges Silvester sollte es werden, Ausgangssperren und Böllerverkaufsverbot sollten Menschenansammlungen verhindern. Ca. 100 Personen war dies zur Silvesternacht egal.

Videos zeigen wie ein Teil dieser Menschen gezielt die anwesenden Polizist*innen provozierten und später attackierten. Nun könnte man diesen Vorfall als pubertäre Grenzauslotung abstufen. Könnte man, hätte Benjamin Moses (bekannter Neonazi und Vernetzer der Szene) nicht live von den Geschehnissen auf Instagram berichtet.

Untertitelt mit: „Macht euch auf dieses Jahr gefasst!“.

 

Wir wünschen den drei verletzen Beamt*innen eine schnelle Genesung!

 

Am 06.01.2021 gab es am Nachmittag wieder ein Feuerwerk auf der Friedensbrücke.

Diesmal riefen die Querfrontler*innen zum D-Day 2.0 auf. Unter diesem geschichtsverfälschenden Namen gab es bundesweit gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr. Ein Polizist, welcher durch Zufall vor Ort war, beendete den Spuk schnell und konnte die Personalien der Verursacher*innen aufnehmen.

 

Die Bundesstraße 96

Leider zeigte sich auch zwischen dem letzten Standbild und heute das inzwischen zur Gewohnheit gewordene Bild der B96. Jeden Sonntag versammelten zum Teil mehrere Hundert Personen an der Bundesstraße, um Reichsfahnen zu schwenken, Verschwörungserzählungen zu teilen, die Rechtmäßigkeit der BRD zu leugnen und zum Teil antisemitische und menschenverachtende Inhalte zu teilen.

Am 11.01.21 konnte man in der SZ folgenden Text lesen:

 

„Wieder einmal bildete Oppach den Schwerpunkt der Proteste, wo sich 104 Menschen versammelten. Dahinter folgen Eibau mit 26, Oderwitz mit 25, Zittau mit 9 und Mittelherwigsdorf mit 5 Personen. Insgesamt mussten die Beamten 27 Verstöße ahnden, weil die Demonstranten keinen Mund-Nasen-Schutz trugen. Es sei aber alles friedlich abgelaufen, berichtet Franziska Schulenburg von der Polizeidirektion Görlitz. Zum Vergleich: Währendem kamen im gesamten Revierbereich Bautzen insgesamt 40 Personen entlang der B96 zusammen. Ordnungswidrigkeiten gab's hier keine.“

 

Durch die Einschränkungen des öffentlichen Lebens fehlen uns hier momentan Beobachtungen aus der Zivilgesellschaft.

 

Am vergangenen Sonntag, den 10.01.21 verabredeten sich ca. 30 Personen in den B96 Facebookgruppen zu einem Besuch bei unserem Ministerpräsidenten Michael Kretschmar.

Von Besuch konnte keine Rede sein!

Die Süddeutsche titelt passend:

„Das war kein Besuch, sondern eine Drohgebärde“ <-Hier geht es zum Artikel). Selbstverständlich wurde auch diese Aktion mit der Kamera begleitet. Im Nachgang konnte man das Erfolgsvideo geschnitten und musikalisch untersetzt bei YouTube finden.

 

 

Bleiben Sie gesund!


15.12.20 Die Rechtsstaatlichkeit kehrt auf die B96 zurück

Liebe Demokrat*innen im Landkreis Bautzen,

 

seit Montag befindet sich unter anderem der Landkreis Bautzen in einem Lockdown. Nun wird heiß diskutiert woran liegt es, dass die Landkreise Görlitz, Sächsische Schweiz und Bautzen derart stark von Covid 19 betroffen sind? Eine belegbare Antwort auf diese Frage wird es wohl nicht so schnell geben, durchaus gibt es aber interessante Aspekte, die einen Teil der Antwort sein können.

Daher möchten wir Sie auf den folgenden Artikel im Tagesspiegel aufmerksam machen. Hier legen die Redakteur*innen des Tagesspiegel die Wahlergebnisse der letzten Bundestagswahl über die aktuellen Covid 19 Fälle.

https://interaktiv.tagesspiegel.de/lab/hotspots-und-rechte-haengen-afd-hochburgen-und-corona-hotspots-zusammen/

 

HINWEIS

Wir möchten mit diesem Beitrag nicht ausdrücken das allein die Wahlergebnisse für die hohen Infektionszahlen auschlaggebend sind! Wahlergebnisse können ein Faktor von vielen anderen sein.

 

Nun ein Blick auf die B96.

Die eine oder der andere Beobachter dieser Bundesstraße hat sich bereits am Nikolaustag verwundert die Augen gerieben. Dies lag nicht an dem alten Mann, der allzu oft im geklauten Outfit des Weihnachtsmannes fremde Schuhe mit Süßigkeiten befüllt, sondern an sehr vielen Polizeifahrzeugen auf der B96.

Zum ersten Mal seit dem 03. Mai 2020 hat die Exekutive von ihrem Amt Gebrauch gemacht und die illegalen, nicht angemeldeten Versammlungen, welche zum Großteil durchgehend gegen die geltenden Allgemeinverfügungen zur Eindämmung von Covid 19 verstoßen haben, aufgelöst.

Die Teilnehmer*innen wurden zum Teil mit Bußgeldbescheiden für Ihre Handlungen belohnt.

So sanken die Zahlen der Protestler*innen rapide.

Am letzten Sonntag waren entlang der B96 noch ca. 50 Protestler*innen zu finden. Diese nun oft mit der Reichsflagge als Cape im Spaziergangmodus.

Eindrücke in Bildern findet Ihr auf https://www.karawane-der-vernunft.de/die-proteste.

 

Und in Bautzen?

Ja, hier war auch so einiges los.

Nachdem die Sendung „Monitor“ diesen Beitrag https://www.youtube.com/watch?v=juSjCuoydts veröffentlicht hat, ging es hoch her. Der Oberbürgermeister veröffentlichte auf Facebook sein Statement, die Diskussion um den Zusammenhang der Fallzahlen und der politischen Situation im Landkreis flammte auf und die sozialen Netzwerke sprudelten vor Diskussionen.

Nun ist aber nicht alles Schall und Rauch. Im Nachgang des Beitrages warf der Arbeitskreis „Richtiges Spielzeug“ den Inhaber eines Spielwarenladens in Bautzen raus. Nicht nur als Mitglied, sondern auch als Vorsitzenden. Die Süddeutsche schrieb dazu hier: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/corona-bautzen-maskenpflicht-1.5143899

 

Am 29.11.19, kurz nach einer Minidemo auf der Friedensbrücke, welche eigentlich die Maßnahmen rund um Covid 19 kritisieren wollte, inhaltlich aber mit Asylthemen und Verschwörungstheorien gefüllt war, vermutlich von „Eltern stehen auf“ organisiert, sendete auch die Identitäre Bewegung ein Lebenszeichen. Sie sperrten kurzerhand die Friedensbrücke mit Holzkreuzen und Barrikaden ab, um die sofortige Abschiebung von Islamisten zu fordern.

Wie das praktisch gehen soll schlugen Sie aber nicht vor.

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Ihr tvBUNT


02.12.20 Von der B96 über Hinterzimmer in die Stadtratssitzung

Liebe Leser*innen,

bisher standen die Infomails zur Lage im Landkreis Bautzen nur tvbUNT Unterstützer*innen zur Verfügung. Dies soll sich mit dem "Standbild"-Blog ändern.

Wir möchten Ihnen hier regelmäßig Informationen zu demokratiegefährdenden Strukturen und Aktionen im Landkreis Bautzen zur Verfügung stellen.

Diese Informationen werden von Mitgliedern des tvBUNT zusammengetragen. Sollten Sie Fehler entdecken oder Ergänzungen haben, schreiben Sie uns bitte!

mail[a]tvbunt.de

 

B96

Schon seit dem 1. Mai wird die B96 genutzt, um unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit rechtes Gedankengut zu propagieren und Verschwörungsmythen aufleben zu lassen.

Wir freuen uns daher über die Webseite der Karawane der Vernunft, welche das Geschehen in Bildern dokumentiert.

Am letzten Novemberwochenende hat die Polizei Sachsen zum ersten Mal die Proteste näher unter die Lupe genommen. Mit relativ vielen Einsatzkräften wurden die Hotspots besucht, um die Einhaltung der AHA-Regeln durchzusetzen. Am folgenden Montag gab es ähnliche Einsätze auch bei den Demonstrationen in Neugersdorf und Zittau. Hoffen wir, dass auch in den nächsten Wochen ausreichend Kapazitäten für diese Einsätze zur Verfügung stehen. 

 

NDS (Neuer Deutscher Standard)

Nachdem Christoph Zloch alias Chris Ares den Landkreis in Aufruhr versetzt hatte, ist von dem Spuk erstmal wenig übrig geblieben.

Ende September löschte Zloch sämtliche Inhalte aus seinen für uns ersichtlichen Verteilern. Wenig später, am 25. September veröffentlichte er einen Abschiedstext. Er hängt die Musik sowie seine politische Kariere an den Nagel kann eine Zusammenfassung lauten.

 

Ist das also eine Entwarnung für die Region?

Kann man das als „Sieg“ der Zivilgesellschaft und Politik gegen rechte Strukturen betrachten? Leider nein.

 

Ares hat in der Vergangenheit schon öfters ähnliche Aktionen unternommen. Die Gründe dafür können vielschichtig sein und reichen von Ermittlungen gegen ihn, bis hin zu pathologischen und/oder finanziellen Problemen.

 

Unterm Strich wissen wir, dass er die Region verlassen hat, seine Rapperkollegen, alias NDS (Neuer Deutsche Standard) (Kai Naggert (Prototyp), Andre Laaf (Primus)) und Tattokollegen (Jan David Fautz) sind hingegen samt Familien geblieben. Diese haben sich vorerst in Cunewalde bei Markus Baumgart und in Weifa niedergelassen.

 

Das Tattostudio scheint eingerichtet zu sein, verfügt aber laut Gemeindeverwaltung Cunewalde noch über keine Gewerbeanmeldung.

Vor wenigen Tagen hat NDS sein neues Video veröffentlicht. Kids aus der Umgebung wurden zum Videodreh angeheuert und stehen stark vermummt da, während NDS zum Kampf aufruft.

Es bleibt spannend.

 

Nun aber zu den Erkenntnissen, oder besser gesagt Beweisen die der Trubel in den letzten Wochen mit sich brachte.

 

Die „Neue Rechte“ ist im Landkreis verwurzelt. Es bestehen nun nachgewiesene Verbindungen zwischen vom Verfassungsschutz klar als eingestuften Gruppierungen, der Politik und der Wirtschaft.

 

Hier ein Beispiel:

 

Verschiedene Fotos zeigen Ares gemeinsam mit Paul Neumann am Rande einer Kundgebung in Bautzen. Neumann sitzt für die AfD im Stadtrat Bautzen. Am Rande sei angemerkt, dass die AfD, obwohl diese einen Unvereinbarkeitsbeschluß für die Kooperation mit der Identitären Bewegung (IB) beschlossen hat, Mitglieder*innen akzeptiert, welche keinerlei Abgrenzung zur IB ziehen. Neumann selbst konnte schon mehrfach bei IB-Kundgebungen gesichtet werden.

 

Weiter geht es mit den Kontakten von Christoph Zloch in die Wirtschaft unserer Region. Zlochs Kontakte zu Torsten Schulte hatten wir bereits in einem Newsletter erläutert. Nun zeigt sich Schulte in dem letzten Musikvideo von Ares. Auch das Cover ist gleich.

 

Schulte wiederum ist kein Unbekannter in der Wirtschaftsregion Bautzen. Im Internet finden sich zum Beispiel Videos mit Schulte und Drews.

 

David Vandeven, welcher mit seinem Onlineformat „Ostsachsen TV“ unter anderem eine enge Kooperation mit der Firma „Hentschke Bau“ pflegt, war kürzlich bei Nuoviso TV zu Gast.

Dieses als neurechtes Medium eingestuftes Onlineformat hatte auch schon Zloch und viele andere rechte Akteure zu Gast (z.B. Volkslehrer Nikolai Nerling). Ebenso gibt es ausreichend Verknüpfungen und Kooperationen zu neurechten Medien wie dem Compact Magazin und rechten Vordenkern wie Elsässer.

 

Kurz zusammengefasst könnte man sagen:

Man kennt sich halt.

 

Das Ende 

Die Landkreise Bautzen, Görlitz sowie die Sächsische Schweiz geben sich die Türklinke in die Hand, wenn es um die höchsten Inzidenzwerte in der Bundesrepublik geht. Gleichzeitig leben hier die meisten Menschen, die das Virus im Rahmen von Verschwörungstheorien leugnen oder seine Gefahr gleich einer Erkältung setzen.

Da braucht es Vorbildwirkung!

Herr Drews hat zur letzten Stadtratssitzung der Stadt Bautzen das Tragen einer Mund- Nasenbedeckung für überflüssig gehalten. Leider sah sich der Hausherr nicht in der Lage die aktuellen Hygienemaßnahmen durchzusetzen. So wird das nichts mit der Eindämmung.

 

Bleiben Sie gesund!

 

Ihr tvBUNT!